Hilary Hahn Violine

Orchestre Philharmonique de Luxembourg
Joshua Weilerstein Dirigent

Ludwig van Beethoven (1770 - 1827)


Konzert für Orchester und Violine D-Dur op. 61



*** PAUSE ***

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 - 1847)

Sinfonie Nr. 3 a-Moll op. 56 ("Schottische")

Ein Wunder namens Hilary Hahn

Von Helmut Hein, Mittelbayerische Zeitung | 17.11.2014

Hilary Hahn steht ruhig und sehr aufrecht auf der Bühne. Sie ist kühl und zugleich ihren Mitmusikern freundlich zugewandt, als ginge es ihr nicht nur um ihren eigenen Part, sondern um den aller anderen auch. Und doch ragt sie heraus: durch ihre Intensität und Eleganz, auch durch eine Magie des Bogenstrichs, der wie von selbst zu erfolgen scheint. Die Töne, die ihr Instrument verlassen, sind von einer sachlichen Klarheit und doch voller Poesie, bezaubernd.Sie und der erst 27-jährige Dirigent Joshua Weilerstein ergänzen sich perfekt. Sie scheinen in allem das Gegenteil zu sein. Während sie den einnehmenden Charme der minimalen Bewegung kultiviert, ist er ein „arbeitender“ Orchesterleiter, der durch pure physische Präsenz, durch eine nie nachlassende Dynamik der Körpersprache sein Orchester nicht nur mitzureißen, sondern auch zu formen versucht.Dieses Orchestre Philharmonique du Luxembourg ist nicht das, was man bei derlei Konzerten gewohnt ist: eher zweite oder dritte Wahl, weil man sich neben einer Spitzen-Virtuosin nicht auch noch ein Spitzen-Ensemble leisten kann, wenn die Karten bezahlbar bleiben sollen. Dieses Luxemburger Orchester ist sehr viel kleiner, „schlanker“ als man es seit den Zeiten eines spätromantischen Überwältigungs-Sounds gewohnt ist. Aber es kommt dadurch der Beethovenschen Ursprungsintention wahrscheinlich näher. Erstaunlicherweise verbindet dieses Orchester dennoch eine fast schon überwältigende Kraft des Orchester-Klangs mit der Durchhörbarkeit der einzelnen Gruppen und Instrumente. (…)Man konnte befürchten, dass die Spannung nach dem großartigen Hilary-Hahn-Auftritt, der zu zahlreichen „Bravi“ führte, abfällt. Aber das war keineswegs der Fall. Joshua Weilerstein präsentierte die dritte, die „schottische“ Sinfonie Mendelssohns so, wie dieser sie vermutlich ursprünglich konzipiert hatte: wild und zerrissen, voller Anklänge an Landschaften und Volksmusiken, gekennzeichnet durch kompakte, scheinbar in sich verschlossene Binnen-Strukturen, die Weilerstein dann aber immer wieder zur Einheit fügte, ja „komponierte“. Hervorragender junger Dirigent, hervorragendes „kleines“ Orchester. Viel Schlussbeifall.