Fazil Say

Klavier

Wenn Fazil Say die ersten Töne anschlägt spürt man sofort: Dieses Konzert ist anders als gewohnt. Direkter, offener, aufregender. Die Musik trifft mitten ins Herz.  So ging es dem Komponisten Aribert Reimann als er 1986 bei einem Besuch in Ankara zufällig den 16-Jährigen hörte. Auf der Stelle bat er seinen Begleiter, den Pianisten David Levine, ins Konservatorium der türkischen Hauptstadt zu kommen, und er tat es mit den inzwischen geflügelten Worten: „Den musst Du Dir anhören, der Junge spielt wie der Teufel!“ Fazil Say spielt Musik nicht, er „verkörpert“ sie, geht bis zur Selbstentäußerung wenn er sich selbst dirigiert, sich unter den Klängen windet, stöhnt, singt. Es bricht einfach aus ihm heraus: Ein Vulkan an Kreativität und schöpferischer Phantasie, ein orientalischer Geschichtenerzähler, der Mozart in ostanatolischen Dörfern spielt und türkische Melodien bei den Salzburger Festspielen oder beim Jazzfestival in Montreux. Say überschreitet Grenzen. Der Pariser „Le Figaro“ nennt ihn einen der „bedeutendsten Künstler des 21. Jahrhunderts“. Grenzen überschreitet Say auch politisch, wenn er in seiner Heimat für eine aufgeklärte und moderne Türkei eintritt und dafür fast ins Gefängnis musste. Und so beschließt er das Programm mit seiner Sonate „Gezi-Park“, einer flammenden Anklage gegen die gewaltsame Niederschlagung der Proteste 2013 in Istanbul.  

 

 

Wolfgang Amadeus Mozart (1756 - 1791)

Klaviersonate A-Dur KV 331 "Alla turca"


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Klaviersonate F-Dur KV 332


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Frédéric Chopin (1810 - 1849)

Nocturnes (Auswahl)


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Fazil Say (*1970)

"Gezi Park 2" - Sonate für Klavier op. 52 (2014)