
Khatia Buniatishvili
Khatia Buniatishvili
Ausstrahlung, Kraft und Poesie: Die junge Georgierin ist die Neuentdeckung des Jahres
„Das Klavier“, sagt Khatia Buniatishvili, „ist das schwärzeste aller Instrumente.“ Und lächelt dabei. Was ist das für eine Frau, die Liszts Mephisto-Walzer spielt, als sei sie selbst der personifizierte Luzifer? Die in Musik-Videos den Vamp gibt, bei Konzerten nie anders als schwarz gekleidet auftritt und anschließend spielt, dass es dem Zuhörer den Atem raubt?
Eines steht fest: Khatia Buniatishvili ist anders. Sprudelnd vor Energie, dann wieder melancholisch, fast einsam in ihrer Musik versunken, lässt die junge Georgierin derzeit die Welt aufhorchen. Sie wagt die vor Leidenschaft brennende pianistische Ekstase, spielt auf volles Risiko, nimmt lieber einen Fehlgriff in Kauf als vornehm unverbindlich zu bleiben. „Bei Liszt”, sagt sie, „habe ich die-sen 'zigeunerhaften' körperlichen Spaß beim Spielen”. Und: „Ich brauche Kunst und Musik wie Drogen”. Kein Wunder, dass eine Martha Argerich für Buniatishvili zur Mentorin geworden ist.
Und auch die großen Labels spitzen die Ohren, wohl wissend, dass sich hier eine Künstlerin direkt auf dem Weg nach oben befindet. Soeben von Sony Classical unter Vertrag genommen, präsentiert Khatia Buniatishvili ihr CD-De-büt mit Werken von Franz Liszt. Seine berühmte Sonate h-moll steht bei ihrem Regensburger Konzert im Mittelpunkt.